Das Handwerkerhaus aus Buchsi

Wir, Lea und Wanja, suchten uns die alte Apotheke von den vielen Häusern vom Ballenberg aus. Als wir alles geplant hatten, erfuhren wir, dass es ein Handwerkerhaus war. Das enttäuschte uns zwar ein wenig, aber es war bereits beschlossene Sache. Das Haus stand früher in Herzogenbuchsee im Kanton Bern. Wir fuhren 1 ½ h von Habkern durch Bern. Die Leute sind hier voll nett. Wir bekamen gleich einen wunderbaren  Abstellplatz neben der Turnhalle degenüber dem Schwimmbad  mit  Zugang zu WC und Dusche. Das Dorf hat zwar keinen See dafür viel Herz. Wir machten einige Telefonate, und eine Stunde später sass der Dorfhistoriker Walter Gfeller bei uns am Tisch. Wir wussten bereits, dass das Haus 1779 gebaut wurde. Hier kommt ein Text über das Haus aus dem Büchlein Schweizerischen Kunstführer GSK „Herzogenbuchsee“ von Walter Gfeller.

 

Das Haus eines Strumpfwebers

Kulturhistorisch einzigartig ist das 1779 erbaute Haus des Strumpfwebers Jacob Baur. Gegen den Widerstand der etablierten Bürger konnte sich Baur mit dem Zuspruch des Landvogts von Wangen durchsetzen und in der aufgelassenen Kiesgrube an der Zürichstrasse ein Haus mit hohen und heiteren Stuben bauen, damit er Webstühle einrichten konnte. Die Fenster waren nicht nur hoch, sondern auch breit. Deshalb wurden die Fensterbänke mit kurzen Pfosten gestützt. Das war damals im Oberaargau eine übliche, wenn heute auch selten anzutreffende Konstruktion. Im frühen 19. Jahrhundert wurden Stallungen für die Postpferde angebaut. Seit 1985 steht das Strumpfweberhaus  im Freilichtmuseum Ballenberg (ohne Stallungen). Es gilt als seltener Vertreter einer kleinen Textilmanufaktur.

 

Mit Herrn Gfeller hatten wir dann noch ein interessantes Gespräch über die Geschichte von Herzogenbuchsee. Herr Gfeller ist ein Historiker und hat das oben genannte Buch über Herzogenbuchsee geschrieben. Daher konnte er uns kompetent Auskunft geben. Wir besuchten den ehemaligen Standort der Apotheke, die jetzt im Ballenberg steht. Dort steht heute ein Möbel-Geschäft. Das Nachbarhaus ist jedoch noch aus alten Zeiten (1828). Die heutigen Bewohner, eine junge Familie, haben uns sehr freundlich eingeladen. Sie bauen das Haus seit 6 Jahren selber um. Für uns war es besonders spannend zu sehen, wie es möglich ist, ein altes Haus mit moderner Technik auszustatten, ohne dass es seinen alten Charm verliert. Der Garten dort war mindestens so schön wie der im Ballenberg. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die nette Gastfreundschaft.

Es ist bestimmt eine einzigartige Gemeinde mit vielen alten Häusern und weltweit bekannten Firmen. Die Leute sind alle sehr freundlich und unkompliziert. Davon könnte sich der Kanton Aargau eine dicke Scheibe abschneiden.

 

Text von Lea und Wanja