Das fahrende Klassenzimmer

Wie alles begann:

Im Jahr 2015 war in der Rudolf Steiner Sonderschule in Lenzburg die Werkstatt unter Wasser. Da entstand spontan die Idee, mit den Latten, die überall rumlagen einen Landwirtschafts-Anhänger umzubauen um damit ins Klassenlager zu fahren. 12 Betten wurden eingebaut. An der Strasse fanden sie zufällig eine ausgediente Küche – und schon war es für eine Kleinklasse möglich zu reisen. Noch im selben Sommer reiste diese Klasse mit dem Wagen bis ins Elsass und schaute sich dabei romanische und gotische Bauwerke an.

Es hat allen Beteiligten so gefallen, dass die Klasse im Sommer darauf noch eine 2. Reise unternahm, diesmal nach Florenz.

2018 wurde die Idee wieder aufgegriffen. Für eine Projektarbeit im Rahmen ihrer Ausbildung wählte Elisa Petri das Thema „das fahrende Klassenzimmer“. Eine Klasse fuhr diesmal gleich einen ganze Monat durch die Schweiz und entdeckte dabei Schweizer Geschichte und Lebensweise (siehe Projekt 2018). Diese Reise wurde wissenschaftlich begleitet, um zu sehen, wie Schüler ausserhalb des üblichen Schulsettings lernen können. Seither gibt es also diesen Wagen, er wurde noch geringfügig verbessert, bekam z.B. einen neuen Kühlschrank. Weil die Erfahrungen damit bisher durchwegs positiv sind, werden wir wohl noch viele Fahrten unternehmen…

 

Die Idee:

Gewisse Themen lassen sich am Ort des Geschehens anschaulicher vermitteln. Die Gehirnforschung bestätigt es ja: Lernen gelingt am besten, wenn es mit Erlebnissen und Freude verbunden ist. Wir reisen deshalb zu den Dingen hin. Unser „Haus“ haben wir mit dabei, damit uns wir mehrere Tage ganz intensiv auf ein Thema einstimmen können.

Deshalb lernen wir nebenbei uns selber zu organisieren und miteinander auszukommen.

 

Der Wagen:

Unser Haus ist ein umgebauter Landwirtschaftsanhänger. Dreistöckig sind da 12 Betten eingebaut und eine Küche. Seine Kleider und Sachen bewahrt jede/r ein einer Kiste auf – damit man schnell alles wieder zusammenpacken und weiterfahren kann. Der Schlafsack kann auf dem Bett bleiben. Gezogen wird der Anhänger von unserem Schulbus, wo ebenfalls 12 Leute Platz haben. Die seitlichen Blachen des Anhängers können als Dach hochgeklappt werden. So hat man beim Schlafen nicht das Gefühl, es sei eng. Im Wagen verstaut sind selbstverständlich auch Tische und Bänke, Lebensmittel, Geschirr, Pfannen und was man sonst so für ein einfaches Leben braucht. Wenn es regnet kann man zusammen mit dem Schulbus ein grösseres Dach aufbauen.

Übernachten kann man mit diesem Wagen überall, wo er Platz hat. Die meisten Landbesitzen sind zum Glück interessiert am Projekt und lassen uns grosszügig eine Nacht übernachten. Meist suchen wir uns ein schönes Plätzchen in der Natur. Wir haben aber auch schon auf einem Parkplatz mitten in der Stadt übernachtet.